DM im Langstrecken - OL 2010

Datum: 08.10.10

Die Deutschen Meisterschaften im Orientierungslauf über die lange Distanz wurden in diesem Jahr von der OLG Siegerland ausgetragen. Wettkampfgebiet waren die Wälder rund um den Siegener Hausberg „Eisern Hardt“. Das Siegener Land wird von typisch deutschen Mittelgebirgswäldern geprägt. Vorherrschend sind herrliche Laubmischwälder in Höhenlagen bis über 400m, welche von langgestreckten, teilweise tief eingeschnittenen steilen Tälern durchzogen werden. Dadurch können durchaus Höhendifferenzen bis 250m auftreten.

Die Wälder sind normalerweise offen und versprechen sehr schnelle Rennen. Allerdings hatten die Herbst- und Winterstürme der letzten Jahre zum Teil erhebliche Verwüstungen angerichtet. Auf den so entstandenen großflächigen Kahlschlägen mit dornigem Unterwuchs ist die Belaufbarkeit deutlich eingeschränkt.

Weiterhin zeigen sich im Gebiet zahlreiche Spuren von mehr als 2000 Jahren Bergbaugeschichte. Diese Areale sind äußerst detailreich und verlangen große Aufmerksamkeit und präzise Feinorientierung, während die weiten Berghänge und offenen Wälder vor allem den schnellen Läufern entgegen kommen. Das relativ dichte Wegenetz, oftmals dem Verlauf des Reliefs folgend, ist für diese ebenfalls wie geschaffen.

Aber auch Routenwahlprobleme galt es zu lösen. Durch geschickte Einbindung der Täler in die Orientierungsbahnen standen die Läufer mehrmals während des Rennens vor der Frage, Umwegrouten auf Wegen um Höhenmeter zu sparen oder doch eher die direkten Bahnen über die steilen Hänge zu wählen. Die Alternativen müssen in Bruchteilen von Sekunden gegeneinander abgewogen werden, um aus einer geschickt gewählten Route auch Zeitvorteile ziehen zu können.

Ein weiterer wichtiger Faktor, der über die Härte des Wettkampfes entscheidet, sind die Witterungsbedingungen. Schon im Vorfeld der diesjährigen Deutschen Meisterschaften über die lange Distanz meinte es der Wettergott ganz offensichtlich nicht besonders gut mit den Orientierungsläufern. Zumindest die sogenannten Schönwetterläufer unter uns mögen das so empfunden haben. Viel Regen in den Vortagen bis zur Mittagszeit des Wettkampftages, Wind und feuchte Kälte hatten die steilen Hänge in schmierige Rutschbahnen verwandelt und verlangten besonderen mentalen Einsatz, Standvermögen, Selbstdisziplin bei der Einteilung des Rennens, hohe Konzentration über den gesamten Wettkampfverlauf und Kondition.

Die relativ kleine Gruppe von Orientierungsläufern, die den Landesturnverband Sachsen-Anhalt im Allgemeinen und ihren jeweiligen Verein im Besonderen vertreten hat, kam offensichtlich bestens mit den vorhandenen Bedingungen zurecht und konnte mehrere sehr gute und weitere vordere Platzierungen nach Hause holen.

Über 4,8km und 195 Höhenmeter mit 11 Postenstandorten ging es in der Klasse Damen 50-54. Hier setzte sich Gabriella Jenövari in 48:24 vom Verein Gymnasion Offenbach durch.

Der Siegerin Karin Schmalfeld und den Platzierten aus Sachsen-Anhalt an dieser Stelle herzliche Glückwünsche für deren Erfolge. Ihnen und den anderen Startern aus unserer Region vielen Dank für ihre Leistungen und die besten Wünsche für die vor uns liegenden Wettkämpfe und die kommende Saison 2011.

Karin Schmalfeld vom BSV Halle-Ammendorf in der Damen Elite. In 67:56min verwies sie mit über sechs Minuten Vorsprung ihre Konkurrentinnen auf der Strecke von 8,7km Luftlinie, 390  Höhenmetern und mit 23 Kontrollpunkten auf die Plätze. Zweite wurde Gunda Fischer vom OLV Weimar in 74:25 und den dritten Platz belegte Esther Doetsch von Adler 07 Bottrop in 76:03.Susanne Otto aus dem ESV Lok Magdeburg in der Kategorie Damen 14 in 43:14 hinter Dorothea Müller (Post SV Dresden, 40:12) und Leonore Winkler (USV Jena, 41:36). Sie mussten 4,1km und 210 Höhenmeter mit 9 Kontrollposten bewältigen.Veronika Lange vom USC Magdeburg belegte mit wenigen Sekunden Rückstand in 48:52 einen wertvollen 2. Platz. Dritte wurde Martina Fritzsche von der USG Chemnitz in 52:49.Jan Kaminsky sicherte sich mit einem Vorsprung von über 4 Minuten auf den Drittplatzierten Sergej Sonnenberg vom Osnabrücker TB (61:51) und knapp 2 Minuten Rückstand auf den schnellsten Mann des Feldes Horst von Gaza, OLV Uslar (55:37) in 57:27 ebenfalls einen 2. Platz. Die Streckendaten waren 6,8km, 315 Höhenmeter und 16 Kontrollposten.Dieter Conrad vom SV Wissenschaft Quedlinburg in der Herrenklasse H 65 (4,8km, 195 Höhenmeter, 11 Posten) mit einem 4. Platz in 52:26, Anne Jurack, ESV Lok Magdeburg, ebenfalls 4. in der D 19A kurz in 51:58 (4,1km, 200 Höhenmeter, 11 Posten) und in der H16 Lukas Hursie vom USC Magdeburg mit seinem 5. Platz in 68:34 auf der gleichen Bahn wie die Klasse H 50.