TUI Feuerwerk der Turnkunst

Datum: 28.05.13

Hintergrundstory

Ronny Ziesmer und Samuel Koch sind zwei Turner, deren Leben das Turnen von einem Tag auf den anderen völlig verändert hat. Beide erlitten bei der Ausübung ihres Sports durch einen Unfall so schwere Verletzungen, dass sie seitdem auf den Rollstuhl angewiesen sind. An Turnen ist seitdem nicht mehr zu
denken. Ein Beispiel dafür, dass aber auch Sportler mit Handicap nicht nur weiterhin Sport treiben können, sondern auch eine Chance haben, mit und durch den Sport Erfolge zu feiern und auch ohne Weiteres Teil einer hochkarätigen Showveranstaltung auf Spitzenniveau werden können, zeigt das TUI Feuerwerk der Turnkunst eindrucksvoll mit seiner „Esperanto“ Tournee 2014 und dem Duo FateFusion. Erstmalig integrieren die Veranstalter eine nie gesehene Darbietung eines Tanzduos, das aus einer Turnerin und einem Rollstuhlfahrer besteht. Dass die Welt eine (Körper-)Sprache spricht, der
Kernaussage der neuen Esperanto-Show, hat das Duo FateFusion geradezu verinnerlicht. Sie sind das erste Rollstuhl-Partnerakrobatik-Duo Deutschlands und demonstrieren nicht nur durch ihren Künstlernamen FateFusion („schicksalhafte Verschmelzung“), sondern insbesondere mit ihrer
emotionalen Show eindrucksvoll, dass Menschen mit und ohne Beeinträchtigung auch in der Artistik harmonisch zu einer Einheit verschmelzen können. Mit ihrer hochspektakulären Nummer aus Tanz und Akrobatik vereinen Kunstturnerin Michelle Dziony (Michi) und Christian Groth (Chris), der seit einem Unfall auf den Rollstuhl angewiesen ist, auf ungewöhnliche Art und Weise nicht nur Bewegungssondern auch Lebenswelten miteinander und stehen damit mehr als überzeugend für die „Esperanto“ Tournee 2014. „Zwischen Rollifahrern und Fußgängern kann über die Bewegung eine normale Verbindung entstehen, so wie zwischen unterschiedlichen Sprachen auch“, beschreibt Chris den Bezug
zur Tournee und setzt damit Bewegung und Sprache ganz im Sinne des Tournee-Titels auf eine Ebene. Er hofft vor diesem Hintergrund, dass nicht zuletzt durch das TUI Feuerwerk der Turnkunst das Thema Inklusion in den Köpfen der Menschen noch präsenter und selbstverständlicher und in möglichst allen Bereichen umgesetzt wird. „Die beiden zeigen, dass sich die Leistungen von Menschen mit und ohne Handicap auf Augenhöhe befinden und verkörpern damit das inklusive Sportverständnis unserer Show“, betont Produktionsleiter Wolfram Wehr-Reinhold und ergänzt: „Ihre Nummer passt einfach hervorragend
zu unserem Thema ‘Esperanto‘, deshalb sind die beiden Teil des Ensembles.“
Michi und Chris berührten bereits im vergangenen Jahr beim „Supertalent“ auf RTL ein Millionenpublikum. „Wir wollten mit unserem Tanz zeigen, dass der Unterschied zwischen Rollstuhlfahrern und Fußgängern gar nicht so groß ist und den Zuschauern Berührungsängste nehmen“, sagt Michi. Für die kommende Tournee haben die beiden ihre Nummer weiter ausgebaut. „Wir haben
unsere Darbietung verlängert, einige komplexe Elemente und mehr Akrobatik einbezogen. Dazu gehören verschiedene Hebefiguren, die wir bis zum Beginn der Tournee noch erweitern wollen“, sagt Chris.
Besonders für ihn sind die vielen Kraftelemente eine tägliche Herausforderung. Aufgrund seiner Lähmung ab dem achten Brustwirbel, kann er seine Bauchmuskulatur nicht zur Stabilisation nutzen. „Es ist ein ständiges Herantasten an die neuen Elemente, aber es wird immer besser und ich werde immer fitter.“ Dennoch empfindet er die vierwöchige Tournee schon jetzt als Herausforderung. „Schwierig werden die täglichen Auftritte an immer anderen Orten und die damit verbundene körperliche und mentale Belastung. Aber ich fühle mich der Herausforderung gewachsen.“
Wie in den Jahren zuvor, wird auch das neue Ensemble des TUI Feuerwerk der Turnkunst wieder einmal zu einer großen Familie zusammenwachsen. Vermeintliche Sprachbarrieren und Verständigungsschwierigkeiten der Künstler aus Deutschland, Russland, Kolumbien, Dänemark oder auch Indien werden dabei spielerisch überwunden. Über die vielen unterschiedlichen Bewegungsformen und -kulturen werden alle Künstler sich bereichert fühlen, sich gegenseitig unterstützen, sich gegenseitig beeindrucken und, wie bisher auch, voneinander lernen. Es wird also alles so sein, wie immer. Das Verschiedensein gehört einfach zum „Feuerwerk“ wie der Applaus zu Europas erfolgreichster Turnshow.
Deshalb wird Chris mit seinem Rollstuhl einfach „nur“ einer von vielen Künstlern sein. Das TUI Feuerwerk der Turnkunst lebt also von jeher den inklusiven Gedanken – sei es sprachlich, kulturell, sozial oder eben in Bezug auf Menschen mit und ohne Behinderung.