Drei Geburtstagskinder – drei Lebensläufe – drei Jubilare

Beate Gonschior
Hans Semlov
Wolfgang Merker

In der Abteilung Turnen des SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz war letzten Freitag an Turnen und Billard nicht zu denken. Da wo sonst zum Ausklang der Woche die eine oder andere ruhige Kugel gestoßen wird, wurde aufgetafelt. Die Größe des Billardtisches bot sich dafür geradezu an. Drei Geburtstagskinder galt es hochleben zu lassen. Auf insgesamt 195 Lebensjahre – viele davon dem Sport und ganz besonders dem Turnen gewidmet – können die drei Gastgeber zurückblicken. Und so fanden sich nach und nach immer mehr Gratulanten und Gäste ein, um ihre Glückwünsche zu übermitteln und auf die Gesundheit der Jubilare anzustoßen.

Hans Semlow feierte zum Monatsanfang seinen 75. Er ist seit Jahrzehnten aus dem Wittenberger Turnen nicht wegzudenken. Er war es, der das Rundenwettkampfsystem einführte, um den Turnern eine Möglichkeit zu geben, ihren Leistungsstand landesweit auf Wettkampfebene zu vergleichen. Seinem Organisationstalent war es zu verdanken, dass die Lutherstadt internationale Turnwettkämpfe auf hohem Niveau ausrichten konnte. Er war Cheforganisator im Gestalterkollektiv der Leipziger Turn- und Sportfeste und wirkte bei der Organisation der Turn-Weltmeisterschaft 1994 in Dortmund mit. Trotz dieser großen Aufgaben blieb er stets dem Wittenberger Turnen verbunden. Er war mitverantwortlich, als aus einem alten Tanzsaal die Turnhalle „Elbhafen“ wurde, in der die Aktiven optimale Trainingsbedingungen vorfanden, und wo die Trainingszeiten nicht mehr durch den Aufbau von Turngeräten reduziert wurden. Das Trainingszentrum Turnen wurde etabliert, um frühzeitig die geeigneten Talente für die weitere Ausbildung an den Sportschulen zu finden und vorzubereiten.

Einer der erfolgreichen TZ-Trainer Wittenbergs ist der zweite Jubilar an diesem Abend. Wolfgang Merker feierte seinen 60. Geburtstag.  Er war natürlich selbst aktiver Turner und kam nach seinem Lehrerstudium und einem Umweg über Luckenwalde Ende der siebziger Jahre zurück in die Lutherstadt. Und er fand den Weg auch wieder in die Turnhalle Elbhafen. Viele Jahre war er als Trainer im Trainingszentrum und im BSG-Bereich aktiv. Er verstand es auch nach der Wende, die Leistung bei den Wittenberger Nachwuchsturnern hochzuhalten und regelmäßig Talente an die Sportschulen im Land zu entsenden. Nicht zuletzt hat Matthias Fahrig seine Grundausbildung bei Wolfgang im Elbhafen erfahren. Auch wenn er sich inzwischen aus dem aktiven Trainingsgeschehen zurückgezogen hat, ist er regelmäßig in der Turnhalle zum Fitnesstraining anzutreffen und gehört noch zur Abteilungsleitung.

Und auch die dritte im Bunde ist regelmäßig im Elbhafen zu finden. Beate Gonschior wird im April ihren 60. Geburtstag begehen. Auch sie hat früher selbst geturnt und ist diesem Sport immer verbunden geblieben. Stets war sie neben ihrer beruflichen Tätigkeit als Übungsleiterin aktiv. Ob bei Rundenwettkämpfen oder Schulsportvergleichen, ob mit Aktiven oder als Kampfrichterin – Beate war stets bereit, mit anzupacken. Und auch heute noch versucht sie, in ihren Trainingseinheiten den jungen Mädchen die Freude und den Spaß an der Bewegung zu vermitteln.

Drei Geburtstagskinder – drei Lebensläufe – drei Jubilare, auf die sich der Wittenberger Turnsport stets verlassen konnte. Viele Aktive haben hier im Elbhafen nicht nur das Turnen, sondern auch viel für das Leben gelernt – nicht zuletzt dank solcher Turnfreunde wie Beate, Wolfgang und Hans.

An dieser Stelle sei allen dreien noch einmal für ihre geleistete Arbeit gedankt. Wir wünschen euch viel Gesundheit und Elan für die nächsten Jahre und hoffen, dass ihr dem Verein noch lange tatkräftig zur Seite steht.

Die Abteilung Turnen des SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz