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Friedrich Ludwig Jahn frisch, frei, fröhlich und fromm!

von Oliver Ohmann

Tempus Biografien - Sutton Verlag

ISBN 978-3-86680-424-1 • 14,90 €[D] • 96 S. • 25 Abb. •Broschur • 15,6 x 23,5 cm • 300 g  

Die neue Biografie über den legendären „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852), Begründer der deutschen Turnerbewegung, bleibt auch über 150 Jahre nach seinem Tod eine Gestalt voller Widersprüche und Rätsel. Wer war dieser geheimnisvolle Stifter der Turnfeste, den seine Zeitgenossen als „Romantiker der Tat“ verehrten und als gefährlichen „Franzosenfresser“ verteufelten? In seiner neuen Jahn-Biografie wirft Oliver Ohmann einen Blick auf das ebenso bewegte wie spannende Leben des „Turnvaters“ jenseits von Mythos und Legenden. Er zeichnet die Lebensstationen Jahns in Lanz, Berlin, Halle, Breslau und Freyburg nach und lässt dabei Bewunderer und Feinde ebenso zu Wort kommen wie Jahn selbst. Für den 1778 im märkischen Lanz geborenen evangelischen Pfarrerssohn begann im Alter von 13 Jahren eine wahre Odyssee durch die Lehranstalten. Disziplin und Ordnung widerstrebten dem Freigeist, der schon früh mit seiner eigenwilligen, rebellischen Art bei Lehrern und Mitschülern aneckte. Nach dem Rauswurf aus der Universität Halle schlug er sich als Lehrer durch. Mit Erscheinen seiner patriotischen Schrift über das „Deutsche Volkstum“, erlangte der leidenschaftliche Gegner der napoleonischen Fremdherrschaft Berühmtheit. Unsterblich wurde Jahn jedoch mit seinem Buch über die „Turnkunst“ und der Einrichtung des ersten öffentlichen Turnplatzes der Welt in der Berliner Hasenheide im Jahr 1811. Turnen war für Jahn nicht nur körperliche Ertüchtigung, sondern auch ein Teil der patriotischen Befreiungsbewegung. Mit Entschiedenheit und Trotz vertrat er seine nationalen Gedanken und ertrug dafür Festungshaft, Verbannung und Turnverbot. Trotz des historischen Missbrauchs seiner Legende ist Jahns sportliches Vermächtnis bis heute lebendig geblieben. Das Turnen vereint Menschen über Länder- und Sprachgrenzen hinaus und stiftet so eine internationale friedliche Gemeinschaft von Turnbrüdern- und schwestern. Im Namen Jahns und im Geiste des von ihm formulierten Mottos „Frisch, frei, fröhlich und fromm“ werden sich auch 2009 auf dem Internationalen Deutschen Turnfest in Frankfurt am Main wieder hunderttausende Sportler aus aller Welt friedlich versammeln. Diese unterhaltsam geschriebene Biografie bringt dem Leser ohne jegliche Verklärung das Leben und Wirken des umstrittenen wie faszinierenden „Turnvaters“ näher und lädt dazu ein, sich selbst ein Bild von der Turnerbewegung zu machen.   Dieses Buch ist ein Muss für alle, die sich für Jahn und sein Leben interessieren. Oliver Ohmann, 1969 in Berlin geboren, studierte Deutsche Literatur und Alte Geschichte an der Freien Universität Berlin. Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Redakteur widmet er sich als Autor der Sport- und Berlin-Geschichte. Zuletzt erschienen die Biografie von Berlins berühmtestem Fußballer Hanne Sobek und der Bildband „Turnvater Jahn und die deutschen Turnfeste“ im Sutton Verlag.    

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung Tel.: 0361-22168-60/ -77  Fax: 0361-22168-11   Email: presse@suttonverlag.de

Das Banner der Deutschen Turnerschaft

Bei den großen Turnfesten wie jetzt in Frankfurt am Main treten auch die Turnerfahnen immer wieder ins Licht der Öffentlichkeit. Das gibt Anlass, einen Blick auf eine Fahne zu werfen, die sich heute im Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum in Freyburg an der Unstrut befindet, aber mit der Feststadt eng verbunden ist. Das Bundesbanner der alten Deutschen Turnerschaft (DT) wurde nämlich zum 5. Deutschen Turnfest 1880 in Frankfurt gestiftet. In der Form einer Kirchenfahne gehalten, zeigt es auf der Vorderseite im Mittelfelde den Reichsadler von einem Eichenkranz umgeben, auf der Rückseite im Mittelbild das „Turnerwappen“ mit den vier „F".

Das Banner wurde am 24. Juli 1880 von Oberbürgermeister Dr. Miquel übergeben, der seine Ansprache mit den Worten schloss: "So eröffne ich das Fest mit dem letzten, aber besten Gruß der Frauen und Jungfrauen Frankfurts. In ihrem Auftrage überreiche ich der Deutschen Turnerschaft dies schöne Banner, ein Wahrzeichen der Gemeinschaft, welche nach den Worten unseres Turnvaters Jahn die Unterschiede der Stände und Stämme verwischen soll. Möge diese Fahne als ein Sinnbild der Eintracht und der Liebe zum Vaterlande die Deutsche Turnerschaft verehren.“
Das Banner blieb in der Feststadt aufbewahrt bis zum das 6. Deutsche Turnfest 1885 in Dresden. Bevor es dorthin gebracht wurde, "versammelten sich tausende (!) von Menschen auf dem Römerberg, um Zeugen des Abzugs der Turnerbundesfahne nach dem neuen Festorte zu sein." Als 23 Jahre später 1908 das 11. Deutsche Turnfest wiederum in Frankfurt stattfand, hatte das Banner inzwischen "wertvolle Festgaben“ erhalten, wie etwa die von den Frauen und Jungfrauen Dresdens gestifteten Bänder (1885).
Mit seiner Wiederankunft in Frankfurt trafen nacheinander in 36 Stunden über 60 Sonderzüge ein. „Die größte Begeisterung herrschte natürlich, als nach 3 Uhr der geschmückte Nürnberger Zug mit dem Bundesbanner eintraf." Beim dreiteiligen Festzug wurde das Banner auf einem Wagen mit einer großen Jahnbüste mitgeführt. Das Banner als zentrales Symbol der DT war sowohl in Leipzig (1913) als auch bei den folgenden Deutschen Turnfesten in München (1923), Köln (1928) und Stuttgart (1933) dabei.
Seine Verbindung mit Freyburg beginnt in den zwanziger Jahren. Beim 18. Jahn-Wetturnen im August 1923 wurde es vom damaligen Vorsitzenden der DT, Prof. Berger, "mit all seinem Zierrat in die Obhut der Jahnstadt" übergeben. Dies geschah mit dem Einverständnis der Stadt München, wo es nach dem Deutschen Turnfest normalerweise geblieben wäre, und sollte den Freyburger Jahnstätten zusätzliche Anziehungskraft verleihen.
Im Krieg wurden die Bestände des Jahn-Museums in die Umgebung ausgelagert, unter anderem auf die Neuenburg oberhalb der Stadt. Als nach der Wende 1990 die dortigen Bestände gesichtet wurden, kam es wieder ans Licht und wurde nach längeren Verhandlungen 1999 an das Jahn-Museum zurückgegeben. Es wird seitdem auch wieder zu besonderen Anlässen ausgeliehen, war beim Deutschen Turnfest in Leipzig (2002) ausgestellt und steht alljährlich bei der Kranzniederlegung im Rahmen des Jahn-Turnfestes an Jahns Grab.

[Jahn-Pressedienst]

Anmerkung:

Die ausführliche Fassung dieses Beitrags findet sich im „Jahn-Report“ 28/2009.

(Siehe auch: www.jahn-gesellschaft.de)

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