
Mit Freude über die nun erreichte finanzielle Sicherung des Jahnmuseums bis Ende 2015 durch das Land Sachsen-Anhalt und die Stadt Freyburg wurden grundlegende Beschlüsse zum Museumsbetrieb, zur personellen Ausstattung und zu den Projekten der Jahn-Gesellschaft in den Jahren 2012/2013 gefasst.
- Der Haushaltsplan 2012 wurde unter besonderer Berücksichtigung des Finanzierungs- und Kostenplans für das Museum einstimmig beschlossen.
- Die Tätigkeitsschwerpunkte der Leiterin des Museums und ihrer Mitarbeiterinnen sollen neu fixiert werden, damit die Arbeiten am Fundus, an den Archivalien und der Bibliothek effektiver gestaltet werden können.
- Nach der Zusage der Stadt Freyburg wird nun auch das Projekt: „Jahn-Touristenweg Freyburg“ realisiert. Im Rahmen des Projekts, dessen Finanzierung noch zu sichern ist, werden fünf Informationstafeln angefertigt, die auf den Lebensweg Jahns und seine Bedeutung für die deutsche Turnbewegung hinweisen.
- Vom 17.-19.8.2012 organisiert der Landesturnverband das 90. Jahn-Turnfest. Im Rahmen des Turnfestes werden eine Festveranstaltung und ein „Schauturnen der Ehemaligen“ stattfinden. Aus dem gleichen Anlass wird von Dr. Müller (Universität Halle-Wittenberg) eine Sonderausstellung vorbereitet. Der Heimatverein (Vorsitzender: Martin Bertling) wird die Freyburger Bürger aufrufen, dafür alte Fotos und Dokumente zur Verfügung zu stellen.
- Im Jahr 2013 wird ein Symposium zum Themenkomplex: „Die Hasenheide als Beginn der modernen Vereinsbewegung“ durchgeführt werden.
Beraten wurden auch erste Vorstellungen zu einem längerfristigen Vorhaben, Freyburg als Zentrum für die Geschichte der deutschen Turnbewegung zu entwickeln.
Präsident Hansgeorg Kling würdigte das 20-jährige Jubiläum des Fördervereins/der Jahn-Gesellschaft und dankte allen, die sich in den vergangenen Jahren für die Ideen, Ziele und Aufgaben eingesetzt haben. Innenminister Holger Stahlknecht und Präsident Hansgeorg Kling unterzeichnen Zuwendungsvertrag
Seit fast zwei Jahren verhandelte die Jahn-Gesellschaft auch mit Unterstützung des Präsidenten des Deutschen Turner-Bundes, Rainer Brechtken, mit den entsprechenden Ministerien des Landes Sachsen-Anhalt, um den Bestand des Friedrich-Ludwig-Jahn-Museums zu sichern. Nun wurde endlich der Durchbruch geschafft.
Am 1. März 2012 besuchte der Minister für Inneres und Sport, Holger Stahlknecht, das Jahnmuseum, um den Zuwendungsvertrag zwischen dem Land Sachsen-Anhalt und der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft e.V. zu unterzeichnen.
Der Vertrag wird in dem Bestreben geschlossen, „um den Fortbestand des Jahnmuseums auf eine gesicherte Grundlage zu stellen. Dies geschieht in dem Bewusstsein, das Andenken an eine bedeutende Persönlichkeit der deutschen Geschichte, an Friedrich Ludwig Jahn, zu bewahren… Die Förderung erfolgt mit dem Ziel, die museale, sportpädagogische und wissenschaftliche Arbeit, die Präsentation der Sammlung sowie deren konservatorische Betreuung im Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum zu sichern.“ Der Vertrag hat eine Laufzeit bis zum 31.12.2015.
Der Minister informierte sich ausführlich über die Aktivitäten der Jahn-Gesellschaft und zeigte sich sehr interessiert an der Ständigen Ausstellung über Leben und Wirken Jahns.
Er bedankte sich bei Hansgeorg Kling und seinem Präsidium für die engagierte ehrenamtliche Tätigkeit und schrieb folgendes in das Gästebuch:
„Mein Dank gilt insbesondere denjenigen, die mit Leidenschaft und Herzblut dieses Museum gestalten und unterhalten“.
Hansgeorg Kling versicherte in seinen Dankesworten, dass die Jahn-Gesellschaft, auch mit Unterstützung durch die Stadt, die weiterhin einen Betriebskostenzuschuss gewährt, die Aufgaben des Jahnmuseums im Sinne des Satzungszwecks der Jahn-Gesellschaft bestmöglich erfüllen wird.

Im 14. Jahn-Brief, der über die aktuellen Probleme der Jahn-Gesellschaft informiert, beschäftigt sich der Präsident, Hansgeorg Kling, mit den beeindruckenden Veranstaltungen, die in diesem Jahr aus Anlass des 200-jährigen Bestehens der Turnbewegung stattfanden und die teilweise auch von unserer Gesellschaft mitgestaltet worden sind.
Das Heft enthält die Festrede, die unser Ehrenmitglied und Ehrenpräsident des Deutschen Turner-Bundes, Prof. Dr. Jürgen Dieckert, anlässlich der Feierstunde, die am 18.6.2011 auf der Hasenheide stattfand, gehalten hat. Viele Bilder vermitteln einen optischen Eindruck von dieser Veranstaltung. Präsidiumsmitglied Josef Ulfkotte berichtet sowohl über die Tagung der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, die aus gleichem Anlass in Berlin abgehalten wurde und über den Turnplatz in Friedland (bei Neubrandenburg), der als erster nach der Hasenheide bereits im Jahre 1814 eingerichtet worden ist. Ausführlich geht er in seinem Beitrag auf die verdienstvollen Arbeiten von Barthel, Grünwald und Jeran ein, und er erläutert den Anspruch, den 1990 gegründeten „TSV Friedland 1814“ als den ältesten deutschen Turn- und Sportverein anzuerkennen. Darüber hinaus ist Ulfkottes Beitrag, den er auf der DVS-Tagung gehalten hat zum Thema: „Jahn und die Anfänge der Turnpresse in Deutschland“, abgedruckt.
Gerd Steins befasst sich in einer interessanten Zusammenstellung mit den unterschiedlichen Ausgaben von „Deutsches Volksthum“ und in einem weiteren Beitrag über die Eröffnung des Naumburger Turnplatzes im Jahre 1846. Weitere Beiträge widmen sich den Themen: „Die Turnerschaft von 1890 in Sao Paulo“ (Quitzau) sowie „Jahn und die Vereinigten Staaten von Amerika“ (Nippe).
Kurzberichte und Gratulationen zu Ehrentagen runden den wieder sehr gelungenen Jahn-Report ab.
Download unter www.jahn-gesellschaft.de
[Pressedienst der Jahn-Gesellschaft] 
„200 Jahre Turnbewegung – 200 Jahre soziale Verantwortung“, dieses Motto prägte die verschiedenen Veranstaltungen am Vortag des 89. Jahn-Turnfestes in Freyburg/Unstrut am dritten August-Wochenende. So würdigte auf der Terrasse des Jahn-Museums Hansgeorg Kling, der Präsident der Jahn-Gesellschaft, bei der Ehrung am Grab das politische Wirken Friedrich Ludwig Jahns. Gudrun Steinbach, die Präsidentin des Landesturnverbandes Sachsen-Anhalt rückte in ihrer Ansprache bei der feierlichen Kranzniederlegung an der Erinnerungsturnhalle das Turnen selbst und seine heutige Ausprägung in den Mittelpunkt.
Im Eröffnungsteil der Mitgliederversammlung überzeugte Prof. Dr. Dieter Jütting (Münster) in seinem Vortrag „Die Hasenheide – Wiege des Vereinssports“ mit der These, dass das Moderne des Turnens in den Jahren nach 1811 letztlich Grundlage für die heutige Ausprägung von Turnen und Sport war. In diese Richtung zielte auch Dr. Josef Ulfkotte mit seinen Ausführungen zur Eröffnung der DTB-Ausstellung „In Bewegung – 200 Jahre Turnen“ in der Jahn-Ehrenhalle.
Die Jahresversammlung der 420 Mitglieder umfassenden Jahn-Gesellschaft blickte insbesondere auf das Mitwirken bei der sehr gelungenen Feierstunde Mitte Juni am Jahn-Denkmal in der Berliner Hasenheide zurück. Als richtungweisend kann der Beschluss eingestuft werden, eine Jugendvertretung im Präsidium der Jahn-Gesellschaft zu verankern. Oliver Snelinski, der Vorsitzende der Deutschen Turnerjugend (DTJ), wird diese Aufgabe zumindest bis zu den Neuwahlen der Jahn-Gesellschaft in 2012 wahrnehmen. 
Die Zeitspanne zwischen Friedrich Ludwig Jahns Verhaftung im Jahre 1819 und seinem Tod im Jahre 1852 wird von der biografiegeschichtlichen Forschung bislang stiefmütterlich behandelt.
Die vorliegende Untersuchung versucht zu klären, ob Jahn nach seiner Verbannung aus dem öffentlichen Leben, nach Haft und jahrelanger polizeilicher Überwachung, bis zu seiner Wahl zum Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung 1848 tatsächlich im Abseits stand. Seine Rolle in der Männerturnvereinsbewegung der 1840er Jahre wird ebenso kritisch reflektiert wie seine Arbeit im Paulskirchenparlament. Die Darstellung, in der auch Zeitgenossen Jahns zu Wort kommen, wird mit einem Kapitel über den „Antisemiten“ und „Franzosenfresser“ Jahn eingeleitet.
Hans-Joachim Bartmuß war Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte des Mittelalters an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Josef Ulfkotte ist Studiendirektor am Gymnasium Petrinum in Dorsten. Beide gehören dem Präsidium der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft an.
Das Buch ist soeben im Böhlau-Verlag erschienen (www.boehlau-verlag.com).
[Jahn-Pressedienst] – www.jahn-gesellschaft.de 
Auch der 32. Jahn-Report wird mit dem Jahn-Brief eingeleitet, in dem Hansgeorg Kling auf die vor uns liegenden Höhepunkte hinweist: die Feierstunde am 18. Juni 2011, 14.30 Uhr auf der Berliner Hasenheide die Tagung der Sektion Sportgeschichte der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft in Berlin zum Thema: „Vom Turnen auf der Hasenheide zum Sport als Kulturgut“ das traditionelle Lanzer Jahn-Kolloquium am 25.6.2011 zum Thema: „F.L. Jahns Wirken - heute verkannt, geschmäht, gefälscht?“ die Mitgliederversammlung der Jahn-Gesellschaft anlässlich des 89. Jahn-Turnfestes am 19.8.2011 in Freyburg die Buchveröffentlichung von Hans-Joachim Bartmuß und Josef Ulfkotte „Nach dem Turnverbot: ‚Turnvater Jahn‘ zwischen 1819 und 1852“
Hans-Jürgen Schulke hat sich sehr um die Beiträge für den vorliegenden Jahn-Report verdient gemacht. Bekannte Fachleute schrieben grundlegende Beiträge unter dem Blickwinkel „Jahn und die Moderne - Was uns 200 Jahre Turnplatz auf der Hasenheide heute lehren.
Schulke betrachtet den Turnplatz als „Manifestation der Grundrechte“, und er beantwortet in seinem grundlegenden Beitrag die Frage, ob Jahn ein Moderner war, mit einem eindeutigen Ja!
Dieckert fragt nach dem Fortschritt im pädagogischen Handeln, Ulfkotte sieht den Turnplatz als einen frühmodernen Handwerksbetrieb, Scharenberg verfolgt die bleibende Faszination seinerzeit erfundener Turngeräte, Milles ein in jener Zeit entstehendes neuartiges Gesundheitsverständnis, Leirich erkennt die Bedeutung der Turnsprache für die Öffnung des Turnens hin zum Volk, Jütting verfolgt das allgegenwärtige demokratische Vereinswesen seit dem ersten Turnplatz. Weitere interessante Beiträge und Informationen vervollständigen den sehr gelungenen und überaus lesenswerten Jahn-Report.
Download unter www.jahn-gesellschaft.de
gesamter Artikel  - Hans-Georg Kling
Hansgeorg, Präsident der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft und Ehrenmitglied des Hessischen Turnverbandes vollendet am 19. Mai sein 75. Lebensjahr.
Die aktive und theoretische Auseinandersetzung mit dem Turnen kann man als das Lebenswerk des Jubilars bezeichnen und hier besonders die Themen: Turn- und Vereinskultur, Geschichte und Traditionspflege des Turnens, Turnfeste, die Zukunftsfähigkeit der Turnvereine, aber auch solche Aufgabenfelder, wie Führungsverhalten, Personalentwicklung, Politikfähigkeit und Öffentlichkeitsarbeit. Wer mit Hansgeorg Kling zusammen arbeiten durfte, der erlebte einen hochaktiven und vielseitigen Weggefährten, der führend die Entwicklung des Turnens und auch der Vereinskultur erfolgreich voranbrachte und noch immer voranbringt.
Hansgeorg Kling studierte von 1956-1962 die Fächer Germanistik, Geografie und Politik im Lehramt an den Universitäten Marburg und Wien. Von 1964-2000 war er als Gymnasiallehrer und Studiendirektor (1990) an der Albert-Schweitzer-Schule in Kassel, seinem Heimatort, tätig.
Schon im Kindesalter wurde er Mitglied der Abteilung Leichtathletik im KSV Hessen. 1963 wurde er in sein erstes Ehrenamt als Leichtathletikwart des Turngaus Fulda-Eder gewählt. Bedeutungsvoll war sein Wirken als Mitglied der Kontaktkommission des Hessischen Kultusministeriums in der Funktion des Schulsportbeauftragten des Hessischen Leichtathletikverbandes in der Zeit von 1970 bis 1989.
Hansgeorg Kling war in weiteren wichtigen Funktionen tätig, so als Vorsitzender des Akademischen Turnbundes (1977-1985), als Bundeskultur- und Pressewart im Präsidium des Deutschen Turner-Bundes (1986-1990), als Mitglied des Landesausschusses Ausbildung sowie des Vorstandes des Bildungswerks im LSB Hessen (1984-2000) und als Vizepräsident des Hessischen Turnverbandes (1992-2008).
In zahlreichen Publikationen hat er die Ergebnisse seiner intensiven Auseinandersetzung mit der Turngeschichte und Vereinskultur niedergelegt, so u.a. Fest und Feier im Verein (Pohl-Verlag, 3. Auflage 1990; Das schwarze Prinzip in der Festschrift „100 Jahre ATB“ (1983); Vereinskultur (DTB, 1994), Der ATB und das deutsche Turnen in der Festschrift „125 Jahre ATB“ (2008) und Jahns Bedeutung für die Turnbewegung in Eckartschrift 191 (2008).
Hansgeorg Kling ist seit 2006 Vorsitzender des Fördervereins zur Traditionspflege und Erhaltung der Jahn-Gedenkstätten und nun Präsident der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft mit Sitz in Freyburg (Unstrut).
Die Verdienste des Jubilars wurden hoch geehrt mit der Walter-Kolb-Plakette (1985) und der Ehrenurkunde mit Goldener Ehrennadel des DTB (2006), mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen (2003) mit dem Verdienstkreuz am Bande des Bundesverdienstordens (2006) und der Ehrenmitgliedschaft des HTV sowie des Turngaus Nordhessen.
Zu Vervollständigung muss aber auch erwähnt werden, dass Hansgeorg Kling leidenschaftlicher Kletterer (Dachstein Südwand, Matterhorn und Weißhorn) und Skilangläufer ist, dass er 2010 zum 35. Mal das Goldene Sportabzeichen abgelegt hat und dass er seit 1985 Vorstandsmitglied und seit 1992 Vorsitzender des Richard-Wagner-Verbandes Kassel/Nordhessen ist.
Hansgeorg Kling ist seit 1964 verheiratet und hat zwei Töchter sowie vier Enkelkinder.  - Hansgeorg Kling dankt der MITGAS-Sprecherin
Am 11. April 2011 übergab die Pressesprecherin des Unternehmens MITGAS, Frau Sommerfeld, im Auftrag des Vorstandes einen Scheck in Höhe von 4.000 € an den Präsidenten der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft, Hansgeorg Kling.
Frau Sommerfeld begründete die Unterstützung durch das Unternehmen, weil es davon überzeugt ist, dass das Jahnmuseum einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung eines nationalen Geschichtsbewusstseins und der historischen Würdigung der von Friedrich Ludwig Jahn initiierten Turnbewegung leistet und weil es zur Erhaltung der Freyburger Jahn-Gedenkstätten beitragen möchte.
Der Kontakt zu MITGAS war vom Vizepräsidenten der Gesellschaft und Vorsitzenden des Freyburger Heimatvereins, Martin Bertling (rechts im Bild), hergestellt worden.
Hansgeorg Kling bedankte sich mit herzlichen Worten und verwies darauf, dass die Jahn-Gesellschaft ein entsprechendes Projekt initiiert hatte, weil sich die Stadt Freyburg finanziell nicht in der Lage sah, einen Eigenanteil in Höhe von 20 % zu erbringen. Die restlichen Mittel werden von der Denkmalförderung zur Verfügung gestellt, so dass nun der Auftrag ausgelöst werden kann.
Mit der Fassadenrenovierung noch im Jahr 2011 wird auch ein Beitrag zur Würdigung des 200-jährigen Jubiläums der Eröffnung des ersten öffentlichen Turnplatzes auf der Berliner Hasenheide geleistet, zumal das Jahn-Museum und somit auch Freyburg verstärkt im Fokus des Interesses anlässlich der Jubiläums-Feierlichkeiten stehen wird.
Wir gehen davon aus, dass sich das Jahn-Museum mit schmuckem äußerem Ansehen anlässlich des 89. Jahn-Turnfestes im August dieses Jahres präsentieren wird.
J. Leirich  - Prächtig gestaltete Ehrenurkunde (Quelle: Fundus Jahn-Museum)
Im Jahre 1811 wurde auf der Berliner Hasenheide der erste öffentliche Turnplatz durch Friedrich Ludwig Jahn gegründet. Das ist Anlass für eine Sonderausstellung mit dem Thema:
Prächtige Erinnerungen – Turngeschichte in Grafiken
Die deutsche Turnbewegung wird in diesem Jahr zweihundert Jahre alt. Ein wichtiger Abschnitt war die Zeit zwischen 1860 und 1914, in der sie einen enormen Aufschwung erlebte. Aus diesem Zeitraum besitzt das Jahn-Museum großformatige, meist farbige Erinnerungsblätter und Urkunden, von denen es hier eine Auswahl zeigt. In ihnen spiegeln sich wichtige Ereignisse wie Turnfeste oder Jubiläen, aber auch die turnerischen Aktivitäten selbst. Sie vermitteln einen Eindruck von der Tradition und dem Selbstverständnis der Turnbewegung und sind interessante Zeugnisse für den Stil und die künstlerische Gestaltung in dieser Zeit. Die Ausstellung war bereits im Herbst 2010 zu sehen und wird nun anlässlich des Turn-Jubiläums nochmals gezeigt. Sie ist bis Juli 2011 geöffnet. Weitere Informationen unter www.jahn-museum.de 
Hansgeorg Kling, der Präsident der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft, schreibt in seinem Grußwort: „Mit dieser Sonderausgabe des „Jahn-Reports“ würdigen wir die Geschehnisse des Jahres 1811, als Friedrich Ludwig Jahn den ersten öffentlichen Turnplatz auf der Hasenheide in Berlin „in Betrieb“ nahm. Und in seinem Beitrag „Vom Sinn unserer Beschäftigung mit der Turngeschichte“ stellt er fest, dass die Suche nach alten Dokumenten, wie das auch in Vereins-Festschriften und Chroniken geschieht, immer auch damit verbunden wird, die Vereinsgeschichte in die politischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge der jeweiligen Zeit einzuordnen, um letztlich die Zukunft gestalten zu können. Das geschieht nach dem Muster „Zukunft braucht Herkunft“ oder „Wir sind, was wir geworden sind“.
Zu Recht stellt der Deutsche Turner-Bund das Jahr 2011 unter den Leitsatz „200 Jahre Turnbewegung – 200 Jahre soziale Verantwortung“. Mit dem Blick auf seine 20.000 Vereine, die 230 Turngaue/Turnkreise und die 22 Landesturnverbände können wir alle ein wenig stolz darauf sein, dass weit über das zukunftsorientierte Turnfachliche hinaus die Idee, den ganzen Menschen zu erfassen und Bindung zu schaffen, verwirklicht worden ist, so wie es Jahn bereits auf der Hasenheide wollte.
Josef Ulfkotte arbeitet in seinem Beitrag über „die Erfindung des Turnens“ heraus, dass wir auf der Grundlage einer kritischen Auseinandersetzung mit der Turngeschichte Maßstäbe zum Verständnis der gegenwärtigen und zur Gestaltung der zukünftigen Erscheinungsformen des Turnens gewonnen haben.
Harald Braun befasst sich in seinem Beitrag mit der Turnbewegung und ihren Symbolen , und Gerd Steins informiert über alte Abbildungen des Turnplatzes auf der Hasenheide. Hans Jürgen Schulke geht in seinem Beitrag der Frage nach, ob Jahn ein „Moderner“ gewesen ist, also ob beispielsweise der Turnplatz von 1811 „modern“ war gegenüber den früheren Orten der Bewegungskultur (Turnier- und Fechtplatz, Exerzierplatz, Tanzboden etc.)? Schulke entdeckt schon bei Jahn viele neue Themenfelder seines Turnplatzkonzeptes, von der Architektur bis hin zum Gemeinschaftserleben, von der inhaltlichen Bereicherung seines Turnens (Geräte, Übungen, Spiele) einschließlich einer sprachlichen Erschließung des körperlichen Tuns bis hin zur militärischen Ertüchtigung unter dem Blickwinkel einer sinngebenden Fitness (Wehrertüchtigung), aber auch der Entwicklung einer Eigenverantwortung für den Erhalt und die Verbesserung der Gesundheit. Und schließlich hat Jahn auf seinem Turnplatz „Gesellungsformen“ geschaffen, die dann zu unserem traditionsreichen Vereinswesen geführt haben.
Das Sonderheft wird abgerundet durch den Abdruck der Festrede, die Gudrun Doll-Tepper, Vizepräsidentin des Deutschen Olympischen Sportbundes, anlässlich der Festveranstaltung „150 Jahre Deutsche Turnfeste – erstes Deutsches Turn- und Jugendfest Coburg 1860“ gehalten hat und den Beitrag von Jürgen Leirich über die DeutschenTurn- und Sportfeste der DDR als massenwirksame sportpolitische Großveranstaltungen und deren Einordnung in die Traditionslinien der deutschen Turn- und Sportbewegung. Die Sonderausgabe enthält unter anderem auch einen informativen Bericht von Ilona Kohlberg über die Schätze des Jahn-Museums.
Download der Sonderausgabe unter www.jahn-gesellschaft.de
(Pressedienst der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft) 
Einleitend wendet sich der Präsident, Hansgeorg Kling, mit dem traditionellen Jahn-Brief an die Mitglieder und Freunde unserer Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft, in dem er auf das Jubiläumsjahr „200 Jahre Hasenheide“ hinweist und darüber informiert, dass wir am 18. Juni 2011 in einer Feierstunde am Jahn-Denkmal an den Beginn der Turnbewegung erinnern und dann anschließend auf den Berliner Spuren Jahns zu einer „Exkursion“ aufbrechen werden. Der Jahn-Report enthält wieder interessante Beiträge, so die Rede des Präsidenten des Deutschen Turner-Bundes, Rainer Brechtken, die er anlässlich des diesjährigen Jahn-Turnfestes in Freyburg gehalten hat, die Festrede von Hansgeorg Kling anlässlich der Festveranstaltung des Burgenlandkreises „20 Jahre deutsche Einheit“, und unser Präsidiumsmitglied, Ingo Peschel, erinnert an die Sonderausstellung im Jahn-Museum mit dem Thema: „Turngeschichte in Grafiken“. Der erstmalige Abdruck von sieben farbigen Grafiken gibt dem Jahn-Report ein besonders prächtiges Aussehen. Mit der Turngeschichte befassen sich auch Beiträge von Norbert Gissel (Universität Gießen) und Gerd Steins (Berlin). Dieter Donnermeyer (DTB) berichtet über eine Präsidiumstagung, die in den Tagen des Turn-festes in Freyburg stattgefunden hat. Besprechungen der Bücher von Ulfkotte, Krüger und Pfannhauser komplettieren den sehr gelungenen Jahn-Report (ausführliche Berichte unter: www.jahn-gesellschaft.de).
J. Leirich

Ulfkotte, Josef:
Briefe von Friedrich Ludwig und Emilie Jahn an Wilhelm Lübeck 1835 – 1876.
Mit der jetzt vorgelegten Veröffentlichung über den „späten“ Jahn schließt die Jahn-Forschung erneut eine Lücke: Die Jahre nach 1819, also nach der wirkungsmächtigsten Zeitspanne seines Lebens in Berlin (1809 bis 1819) und nach der Festsetzung Jahns („Turnsperre“), galten bisher als vermeintlich ungeschichtlich und umrissen das Bild eines unpolitischen und öffentlich nicht mehr wirksamen „Turnvaters“.
Dr. Josef Ulfkotte, Präsidiumsmitglied der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft, liefert jetzt den Nachweis, dass es sich bei der zweiten Lebenshälfte, die Jahn in Freyburg verbrachte, um Jahre handelt, in denen er durchaus für die weitere Ausbreitung des Turnens wirkte und in denen er umfangreiche Kontakte pflegte, die seine Einstufung als einen erfolgreichen Netzwerker rechtfertigen.
Die vorliegende Quellenedition vereinigt alle in der Berliner Göritz-Lübeck-Stiftung aufbewahrten Briefe von Friedrich Ludwig Jahn und seiner zweiten Ehefrau Emilie an Wilhelm Lübeck. Der Briefwechsel setzt 1835 ein und reicht bis 1876, das Todesjahr Emilies. Es handelt sich um 189 Schreiben, von denen 59 aus der Zeit nach Jahns Tod am 15. Oktober 1852 stammen.
Der 1809 geborene Wilhelm Lübeck, Schüler Ernst Eiselens, hatte für das Weiterbetreiben des Turnens in den Jahren der „Turnsperre“ dadurch besondere Bedeutung, dass er in Berlin viel für das nicht öffentliche Turnen leistete (entscheidend war ja, dass das 1819 als staatsgefährlich verbotene Turnen nicht für politische Zwecke instrumentalisiert wurde): In Kooperation mit den Behörden gab es nicht nur Privat-Turnanstalten, sondern auch einen von der Regierung gewollten und geförderten Turnunterricht in den Schulen. Das sind Aktivitäten, bei deren Verfolgen Lübeck seit 1829 ein wichtige Rolle spielte; sowohl als Turnlehrer und als einer, der selbst Turnlehrer ausbildete, auch als derjenige, der 1843 das „Lehr- und Handbuch der deutschen Turnkunst“ veröffentlichte; er starb 1879 in Bad Freienwalde.
All dies verfolgte Jahn aus der Ferne intensiv. Seine Briefe dokumentieren das. Wobei er Lübeck nicht nur fachlich unterstützte und zahllose Anregungen gab, sondern ihn auch nutzte, in Berlin sein Netzwerk auszubauen; zudem war Freyburg eine beliebte Anlaufstelle für Turnfahrten und für den Besuch von Freunden.
Es ist das Verdienst Josef Ulfkottes, dass er in jahrelanger Arbeit (hauptberuflich ist das Mitglied des Präsidiums der Jahn-Gesellschaft Gymnasiallehrer) wichtige Nachlassteile jetzt zugänglich macht und so weitere Forschungen ermöglicht. Nicht nur für die biographisch angelegte Jahnforschung und für die Turngeschichte dürfte diese Quellenedition von großem Nutzen sein, sondern auch für bestimmte historische Teildisziplinen wie die Alltagsgeschichte.
Der 248-Seiten-Band zeichnet sich auch durch die ausführliche Einleitung (30 Seiten), die vier Seiten Abbildungen und das siebenseitige Personenregister aus.
Hansgeorg Kling
Ulfkotte, Josef: Briefe von Friedrich Ludwig und Emilie Jahn an Wilhelm Lübeck 1835 – 1876. Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2010.
(Das Buch ist über Libri im Buchhandel und im Internet für 18 Euro bestellbar und auch bei Amazon gelistet. Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) nimmt keine Bestellungen an.)
Pressedienst der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft  - Jahn-Fahne des TV Coburg
Der 30. Jahn-Report ist vor allem dem ersten deutschen Turnfest 1860 in Coburg gewidmet. Dr. Josef Ulfkotte, Mitglied des Präsidiums der Jahn-Gesellschaft, analysiert die Turngeschichte von der Aufhebung der „Turnsperre“ 1842 bis zur schnellen Gründung zahlreicher Männerturnvereine, der Gründung des Deutschen Turnerbundes anlässlich des Hanauer Turntages 1848 bis hin zum „Ruf zur Sammlung“ durch die beiden schwäbischen Turnlehrer Carl Kallenberg und Theodor Georgii zur Teilnahme an einem „allgemeinen deutschen Turn- und Jugendfest“, das 1860 dann in Coburg stattfand. Das war die Geburtsstunde der Deutschen Turnfeste!
Weitere interessante Beiträge befassen sich mit folgenden Themen:
- Das Konzept der Brüderlichkeit bei Jahn und seine Aktualität (SCHULKE) 60 Jahre Deutscher Turner-Bund (KLING) Die Bedeutung Sachsens, Thüringens und Brandenburgs in der Deutschen Turnerschaft (KLING) Namensdiskussion: Friedrich Ludwig Jahn und Ernst Moritz Arndt (ULFKOTTE)
Der Jahn-Report enthält auch den 10. Jahn-Brief des Präsidenten Hansgeorg Kling, in dem über die aktuellen Probleme unserer Gesellschaft informiert wird und die Einladung zur Mitgliederversammlung, die anlässlich des 88. Jahn-Turnfestes am 20. August 2010, 17.30 Uhr in der Jahn-Ehrenhalle zu Freyburg (Unstrut) stattfinden wird.
J. Leirich
Download 30. Jahn-Report Als der preußische König Friedrich Wilhelm IV. 1842 die von seinem Vater rund 20 Jahre zuvor verhängte „Turnsperre“ aufhob, bildeten sich in schneller Folge zahlreiche Männer-Turnvereine. Viele von ihnen fielen nach dem Scheitern der Revolution von 1848/49 der staatlichen Repressionspolitik zum Opfer. So retteten sich am Ende nur etwa 100 Vereine über die Jahrhundertmitte.
Ende der 1850er Jahre erweckten vor allem die enormen ökonomischen und technischen Verbesserungen der Kommunikations- und Verkehrsmittel (Ausbau des Eisenbahn- und Telegraphensystems) die liberale und nationale Bewegung in Deutschland zu neuem Leben. Immer stärker wurde der Wunsch nach „Einheit“ und „Freiheit“.
Im Februar 1860 wendeten sich die beiden damals 34jährigen schwäbischen Turnlehrer Carl Kallenberg aus Stuttgart und Theodor Georgii aus Esslingen mit ihrem „Ruf zur Sammlung“ in der „Deutschen Turn-Zeitung“ an alle Turner in Deutschland: Sie sollten an einem „allgemeinen deutschen Turn- und Jugendfest“ teilnehmen, das in einer Stadt Mitteldeutschlands stattfinden sollte. Coburg war dazu bereit.
Mitte Juni bereitete dann die damals etwa 10.000 Einwohner zählende Stadt den Turnern einen begeisternden Empfang, vor allem in den deutschen Farben schwarz-rot-gold. Mehr als 1.200 Turner wurden frei untergebracht. Die „Einzeichnungsliste“ wies 139 Gemeinden und Städte aus allen Teilen Deutschlands aus.
Nachdem sich die Turner am frühen Sonntag-Nachmittag auf dem Schlossplatz versammelt hatten, setzte sich der Festzug durch das Spalier der Coburger zum Turnplatz in Bewegung. Die turnerischen Darbietungen demonstrierten die Vielseitigkeit des Turnens. Etwa 50 Riegen gingen zum Vereinsturnen an die Geräte (Reck, Pferd, Barren, Kletterstangen). Neben dem Turnen an Geräten standen noch Vorführungen im Hochsprung, Fechten und Ringen auf dem Programm. Eine Wanderung führte nach Callenberg und Rosenau.
Das Coburger „Turn- und Jugendfest“ fand nicht nur unter den Turnern, in der Presse und in der Öffentlichkeit eine insgesamt große Aufmerksamkeit, sondern auch bei Regierungen und Behörden. Selbst die Polizei hatte an diesem Fest nichts auszusetzen. So bildete der „Ruf zur Sammlung“ den Auftakt zur Neuformierung der Turnvereinsbewegung, die sich nach 1860 Bahn brach, und so war Coburg mit seinem Bekenntnis zur deutschen Einheit und zur Schaffung einer nationalen Turnorganisation Ausgangspunkt für die Gründung der „Deutschen Turnerschaft“, die beim 4. Turntag am 21. Juli 1868 in Weimar erfolgte.
Dr. Josef Ulfkotte
(Pressedienst der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft) Pünktlich zum Deutschen Turntag, der Ende November in Koblenz stattfand, ist der 29. Jahn-Report erschienen. Eingangs erinnert Präsident Hansgeorg Kling in seinem 9. Jahn-Brief an den 9. November 1989 und daran, dass der damals in Frankfurt tagende Verbandsrat die Hoffnung aussprach, „dass es bald schon mehr als bisher zu turnerischen Begegnungen auf beiden Seiten der Grenze kommen kann“. Und schon ein halbes Jahr später begegneten sich die Turnerinnen und Turner aus Ost und West beim Deutschen Turnfest in Bochum und Dortmund, wo „die neue Gemeinschaft erlebt und gefeiert“ wurde. Bereits ein Jahr später war die politische Einheit auch im Deutschen Turner-Bund vollzogen.
Der Jahn-Report enthält interessante Beiträge zum 10. Jahrestag der Neugestaltung der Ständigen Ausstellung zum Leben und Wirken Friedrich Ludwig Jahns im Freyburger Jahn-Museum (Prof. Dr. Bartmuß), zu bedeutsamen Ereignissen in diesem Museum (Ilona Kohlberg) und zu den Deutschen Turn- und Sportfesten von Prof. Dr. Austermühle, der sich grundlegend mit der Problematik von Zählung und historischer Bewertung der Turnfeste auseinandersetzt. Gerd Steins befasst sich in seinem Beitrag mit der Thematik „Turnfeste hüben und drüben“ unter dem Blickwinkel von Tradition und Symbolik. Aus der Feder von Präsidiumsmitglied Prof. Dr. Peschel stammt ein lebhafter und unbedingt lesenswerter Beitrag über das VII. Turn- und Sportfest der DDR von 1983, der bereits damals in „Deutsches Turnen“ veröffentlicht worden war. Weitere Beiträge runden das Heft ab und zeigen die vielfältigen Aktivitäten der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft.
Jahn-Report Nr. 29 Jahn-Brief Nr. 9 
Vom 21.- 23. August 2009 trafen sich wieder über 1200 Turnerinnen und Turner in Freyburg (Unstrut) zum traditionellen 87. Friedrich-Ludwig-Jahn-Turnfest, unter ihnen auch die Mitglieder der Jahn-Gesellschaft, die ihre Mitgliederversammlung in der voll besetzten Jahn-Ehrenhalle abhielten. Das Turnfest begann mit der Eröffnung der Sonderausstellung zur Geschichte der Symbolik des Turnens von Gerd Steins (Berlin), die erstmals anlässlich des Internationalen Deutschen Turnfestes in Frankfurt gezeigt worden war. Dann folgte die feierliche Jahn-Ehrung mit Kranzniederlegung an der Erinnerungsturnhalle. Der Deutsche Turner-Bund war vertreten durch die Vizepräsidenten Dr. Annette Hofmann und Prof. Dr. Hans-Jürgen Schulke, der auch den Festvortrag hielt zum Thema: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit? Die Impulse von ‚Bruder Jahn‘ für die Vereinsbewegung in Deutschland.“
Es folgten der Bericht des Präsidenten, Hansgeorg Kling, und die Regularien. In einer angeregten Diskussion wurden viele Vorschläge für die weitere Arbeit der Gesellschaft gemacht, und es fand eine kritische Auseinandersetzung zur Zählweise der Deutschen Turnfeste auf der Grundlage des Artikels von Hansgeorg Kling im Jahn-Report (Ausgabe 28) statt. Mitglieder aus den neuen Bundesländern beklagten die Nichtanerkennung der Turn- und Sportfeste des DTSB der DDR als Deutsche Turnfeste und sahen darin eine Zurücksetzung ihres Engagements für die Sache des Turnens in der DDR. Hansgeorg Kling bedauerte sehr, dass er mit seinem Beitrag die Gefühle ehemaliger Teilnehmer an den DDR-Turnfesten verletzt habe. Der Vorschlag von G. Steins, die Turnfeste den jeweiligen veranstaltenden Organisationen (DTB, DT, ATSB, DTSB) zuzuordnen und auf eine additive Zählung zu verzichten, fand Zustimmung, und der Präsident stellte abschließend fest: „Die Diskussion zeigt die spezifischen Ost-West-Erfahrungen bei der Beurteilung der Turngeschichte auch in unserer Jahn-Gesellschaft. Diese dürfen wir nicht zuschütten, sondern wir müssen sie mit gegenseitigem Respekt zur Kenntnis nehmen und in der weiteren Arbeit versuchen, sie im Sinne von Kompromissen zu überwinden. Es geht um das Wesen der jeweiligen Turnfeste und deren Einordnung in die Geschichte der Deutschen Turnbewegung.“
J. Leirich  - Dr. Walter Müller eröffnete Sonderausstellung
Die Erinnerungsstücke aus Silber, Bronze, Kupfer, Zinn, Aluminium, Porzellan, Holz oder Pappe - insgesamt mehr als 500 an der Zahl - stammen aus der Sammlung von Walter Müller aus Halle. Sie werden noch bis zum 1. November 2009 im Museum Petersberg gezeigt und reflektieren Wirken und Rezeption von Friedrich Ludwig Jahn. Der Historiker Dr. Walter Müller (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) widmet sich seit langem der Jahn-Erbeforschung. Die Herausforderung dazu ergab sich für ihn aus der Widersprüchlichkeit von Friedrich Ludwig Jahn. Warum ausgerechnet Jahn so vielfältig abgebildet ist, erklärt Walter Müller so: "Bleibend ist sein Wirken als Turnvater, der den Sport unter das Volk gebracht hat." Ursprünglich hatte der Sammler mit maximal 70 Medaillen, Abzeichen und Plaketten gerechnet; inzwischen geht er von der zehnfachen Menge aus. Der Forscher bereitet deshalb eine Bibliografie der numismatischen Jahn-Erinnerungsstücke vor. Nahezu 150 Exemplare präsentiert Müller aus dem Jahren 1863 bis 1890, 120 Stücke aus dem Zeitraum zwischen 1900 und 1945. Auch danach bricht die Jahn-Verehrung nicht ab, wie noch einmal 150 Exemplare aus Ost und West belegen. Auffällig ist für ihn, dass vor allem in der frühen DDR vorzugsweise der junge Jahn, im Westen Deutschlands häufiger der alte Jahn abgebildet worden sei. Quelle: Ralf Böhme in MZ v. 28.9.2009 |