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Festakt zum DTB-Jubiläum in der Frankfurter Paulskirche

Bewegung, Verantwortung, Engagement - seit 175 Jahren

Festakt des DTB
Festakt des DTB | Foto: Frank May / picture alliance

Der Deutsche Turner-Bund hat am Sonntag (02.04.2023) sein 175-jähriges Bestehen mit einem besonderen Festakt in der Frankfurter Paulskirche gefeiert. Rund 450 geladene Gäste und bedeutende Persönlichkeiten aus Sport und Politik, darunter auch die Bundesministerin des Innern und für Heimat Nancy Faeser, der zukünftige Frankfurter Oberbürgermeister Mike Josef sowie DOSB-Präsident Thomas Weikert, begingen mit DTB Präsident Dr. Alfons Hölzl dieses Jubiläum.


Hölzl verwies im Rahmen seiner Begrüßungsrede auf die historische Bedeutung und Verantwortung des Verbandes: „Angetrieben wurden die Turner 1848 vor allem von einem – dem Streben nach Freiheit: Freiheit der Gedanken, Freiheit im Tun und Freiheit, das eigene Leben zu gestalten. Deshalb sagen wir noch heute oft: Turnen ist mehr als Sporttreiben. Aus diesem Grund pflegen und fördern wir bürgerschaftliches Engagement und tragen damit zur demokratischen Erziehung in der Gesellschaft bei. Die Bedeutung und Verantwortung der Turn- und Sportvereine sind in unserer Zeit größer denn je.“


Die Festrede zum Jubiläum hielt Bundesministerin Nancy Faeser, sie hob vor allem die gesellschaftliche Bedeutung des Verbandes hervor. „Das Engagement der Sportlerinnen und Sportler und der Ehrenamtlichen im Deutschen Turner-Bund kann gar nicht hoch genug geschätzt werden – für die Bewegung und Gesundheit jedes Einzelnen und für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt. Seit 175 Jahren vereint die Turnbewegung Menschen in unserem Land – ob jung oder alt. Es ist großartig, dass fast 40 Prozent der Mitglieder des Deutschen Turner-Bunds Kinder und Jugendliche sind. Der Spitzensport steht im Mittelpunkt der staatlichen Förderung durch den Bund. Der Deutsche Turner-Bund zeigt, dass es sich lohnt, alle Anstrengungen zu unternehmen, um in der Weltspitze mitzuspielen“, sagte Faeser.

Dr. Alfons Hölzl und Nancy Faeser (r.)
Dr. Alfons Hölzl und Nancy Faeser (r.) | Foto: DTB/ picture alliance/ Frank May

Eröffnet hatte Mike Josef, aktuell noch Stadtrat sowie Planungs- und Sportdezernent der Stadt Frankfurt als Hausherr der Paulskirche den Festakt. Der frisch gewählte neue Oberbürgermeister der Mainmetropole bekannte sich klar zum Sport und zum DTB. „Die Turnvereine sind eine tragende Säule des Sports. Mit ihrem vielfältigen Angebot erreichen sie Jung und Alt und leisten einen großen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Deshalb möchte ich Danke sagen. Es gibt viele, die sich - auch ehrenamtlich - für den Sport einsetzen, damit für alle ein niedrigschwelliger und preiswerter Zugang zum Sport möglich sein kann", sagte der Frankfurter Sportdezernent Mike Josef.


Im direkten Gespräch mit Moderator Michael Antwerpes sprach der eigens aus Japan angereiste Präsident des Weltturnverbandes FIG Morinari Watanabe. Für Watanabe ist der Verband auch im internationalen Vergleich einzigartig „Turnen stammt aus Deutschland und ich möchte dem DTB zu seinem Jubiläum gratulieren. Turnen ist eine Sportart, die im Laufe ihres Lebens jeder einmal betreibt. Jahn hat diesen Sport begründet, darauf kann der Deutsche Turner-Bund stolz sein“, sagte Watanabe.


Eine Einschätzung, die auch Thomas Weikert als Präsident der Deutschen Olympischen Sportbundes für die nationale Ebene teilte: Der organisierte Sport in Deutschland verdankt dem Turnen besondere Botschaften und Impulse. Wie kaum ein anderer ist der Deutsche Turner Bund in der Lage, Trends und Tendenzen im Sport aufzugreifen und zu integrieren. Um das über einen so langen Zeitraum leisten zu können, bedarf es vor allem des Engagements, der Leistungsbereitschaft und Kreativität zahlloser aktiver Turnerinnen und Turner, Trainerinnen und Trainer, Übungsleiter und Betreuerinnen auf allen Ebenen – ihnen gilt heute mein besonderer Glückwunsch und Dank“.


Abschließend verlieh Prof. Dr. Annette Hofmann die Flatow Medaille an die National- Turnerinnen der Europameisterschaften des vergangenen Jahres in München. Das Team war mit dem ersten Team-Bronze für eine DTB-Frauen-Riege nicht nur außergewöhnlich erfolgreich, sondern die Turnerinnen präsentierten sich zudem als Vorbilder für Selbstbestimmung und Persönlichkeitsrechte. Elisabeth Seitz, Emma Malewski und Sarah Voss nahmen diese besondere Auszeichnung des DTB hoch erfreut entgegen. Kim Bui und Pauline Schäfer-Betz waren verhindert und erhielten die Medaille in Abwesenheit.


Begleitet wurde der Festakt mit verschiedenen künstlerischen und musikalischen Darbietungen. So eröffnete die Dance Floor Destruction Crew die Veranstaltung mit einer Neu-Interpretation der Nationalhymne. Live auf der Geige gespielt und per Breakdance und turnerisch-gymnastischer Einlage garniert, schlug die Crew perfekt die Brücke von der Tradition zur Moderne. Die Gymnastik-Weltmeisterin Darja Varfolomeev gab mit dem Band eine virtuose Vorstellung und das Showteam Matrix beeindruckte mit einem Stück zum Thema Menschenrechte. Umrahmt wurde das Programm durch das symphonische Blasorchester der TSG Wixhausen.


Am 3. April 1848 war der DTB auf Initiative von August Schärttner in Hanau gegründet worden, blickt daher in vielen Bereichen auf eine bewegte Geschichte zurück und hat zugleich eine Entwicklung vollzogen, die ihresgleichen sucht. Denn heute ist der DTB mit annähernd 5 Millionen Mitgliedschaften in ca. 20.000 Turnvereinen und Turnabteilungen der zweitgrößte Spitzenfachverband in Deutschland und bietet mit 22 Sportarten eine beispiellose Vielfalt: Sie beginnt oft mit dem Kinderturnen, führt über den Breiten- und Wettkampfsport und endet mit unserem großen Angebot für Senioren.



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