Untersuchung geeigneter Einsteigerprogramme anhand von - Best Practice

 

Mit Bezug auf das neue Projekt AuF-Leben hat die Verfasserin eine Hausarbeit im Rahmen des Bachelorstudiengangs Präventions- und Gesundheitsmanagement genutzt, um niederschwellige Angebote und Einsteigerangebote mit Best Practice Charakter zu untersuchen. Das Ziel war herauszufinden, welchen erfolgsversprechenden Charakter die verschiedenen Programme haben und wodurch. Die Ergebnisse sehen wie folgt aus:

 

 

Tab. 1 Übersicht der untersuchten Interventionsprogramme – Best Practice

 

Bei den Programmen mit Unterstützung des DTB (ATP & AuF-Leben) handelt es sich um wissenschaftlich erarbeitet Programme des Gesundheitssports, die auf Vereinsbasis angelegt sind. „Gesundheitssport ist dabei der Prozess, der mit den Mitteln des Sports das Ziel verfolgt, Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen“ (DOSB, 2011, S. 16).

Bei ATP und dem AuF-Leben-Projekt handelt es sich um Einsteigerangebote, wohingegen alle anderen untersuchten Projekte niederschwellige Angebote darstellen. Niederschwellige Angebote sind eine Vorstufe zum regulären Vereinssport und erleichtern den Zugang zu Bewegung und Sport und führen zu diesem hin (Holzkamp, 2018, S. II). Dazu gehören zum Beispiel Gehrunden, Spaziergehrunden, ein Fitness-Parkour oder Geräte-Parkour zur freien Nutzung im Park und ein 30-minütiges allgemeines Fitnesstraining. Eine signifikante Wirkung lässt sich auf der anderen Seite in der Regel erst ab ca. 2,5 h pro Woche an Bewegungsprogramm erreichen. Der soziale Gewinn für alle Menschen ist unumstritten sehr hoch und diese Programme bringen auch Menschen in Bewegung.

 

Im Gegensatz dazu erhöht die Anerkennung und Veröffentlichung und Unterstützung der Stadt, einer Kommune oder eines offiziellen Partners wie der BZGA und das GKV-Bündnis für Gesundheit die Annahme und den Stellenwert der Intervention. Gerade die vier Programme in Berlin, Köln, Heidelberg und Essen haben die Kommune und die Stadt als Partner gewinnen können und wurden darüber hinaus vom Bundesministerium Familie, Senioren und Frauen gefördert. Damit erhöht sich die öffentliche Wahrnehmung und unterstützt die Wichtigkeit.

Daher ist eine Kombination aus den zwei Komponenten fachlich sinnvoll: ein wissenschaftlich fundiertes Bewegungsprogramm und die Schaffung einer Netzwerkbildung mit der Kommune.

 

Könnten diese Maßnahmen kombiniert werden, wäre absehbar eine Bündelung der Ressourcen in Hinsicht auf Man-Power, Finanzen, Zeit und Koordination gegeben. Das könnte vielen Menschen schnell helfen, den notwendigen Richtungskurs bezogen auf die persönliche Aktivität und den bewegungsbetonten Lebensstil einzuleiten. Denn nur dann können die Interventionen in nennenswerte Ergebnisse umschlagen und die Krankheitskosten reduziert werden. Es würde in dem Fall zu einer recht schnell und breitflächig angelegten Verhaltens- und Verhältnisänderung kommen können. Vorausgesetzt die niederschwelligen Angebote und die Implementierung in die Lebenswelt der Älteren wird ebenso aus- und aufgebaut wie in den vorliegenden Programmen bereits sichtbar. Dafür gibt es Beispiele genug, von den hier auch die drei Projekte (Köln, Heidelberg und Essen) als besonders wertvoll anzusehen sind und letztlich derzeit auch im Vergleich sehr gute Ergebnisse erzielen.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es viele nachhaltig angelegte Programme im Bereich körperliche Bewegung gibt. Sie haben jedoch alle einen unterschiedlichen Schwerpunkt. Sie unterscheiden sich vor allem in der Bewegungsintensität und der Einbindung von Kommunen und Städten zur Netzwerkbildung. Alleinig das AuF-Leben-Projekt könnte beide Ansätze schnell kombinieren. Vom fachlichen Wert bezogen auf die körperliche Aktivität und deren Implementierung von Bewegung in den Alltag, ist das ATP-Programm fachlich am Geeignetsten. Grund dafür ist, dass dieses den Anforderungen des Gesundheitssports gerecht wird und gleichzeitig Menschen zu Verhaltensänderung anregt, letztlich auf die 2,5h pro Woche an Bewegung zu kommen. Dagegen erfreuen sich Gehrunden und Spaziergänge in organisierter Form großer Beliebtheit. Beachtet man die sozialen Komponenten, weiter die Erfahrung der Selbstständigkeit und der Kompetenz im Umgang mit seinem Wohngebiet, steigt der Wert dieser Maßnahmen. Wünschenswert wäre diese beizubehalten und zusätzlich einmal die Woche ein Gesundheitssportangebot in den Alltag von Menschen zu integrieren und die niederschwelligen Angebote als Einstieg in den Sport und die Bewegung und soziale Kontaktpflege zu sehen. Damit kann nachhaltig und langfristig eine Implementierung von Maßnahmen in die Lebenswelt der Älteren erfolgen, die auf der Verhaltens- und Verhältnisebene weitreichende Ergebnisse erzielen wird.

Prävention und Gesundheitsförderung haben wie dargestellt das Ziel, Menschen in ihrem Bestreben und auch in ihrem Recht auf Gesunderhaltung zu unterstützen. Gleichzeitig wird damit ein großer Betrag für die Gesellschaft geleistet, da damit die Gesundheitskosten signifikant reduziert werden könnten und den Staatshaushalt und die entsprechenden Kostenträger unterstützen und entlasten. Hier greift eine Hand in die Andere und schon kleinste Stellschrauben können umfangreiche Konsequenzen und positive Veränderungen nach sich ziehen. So könnte beispielsweise das derzeit laufende Projekt AuF-Leben 2019-2021 durch die handelnden Akteure mit dem ATP-Programm verbunden werden. Vorausgesetzt sie besitzen die Zulassung für die Durchführung dieses Programmes. Jede noch so kleine Investition kann sich im nachhaltig auswirken und richtungsweisend für die Zukunft sein.

 

Janka Daubner

Bildungsreferentin

Aus- und Fortbildung LTV/S-A

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