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„Die eigenen Ziele nicht über die der Sportler stellen“ – Michael Krüger über seine Arbeit als Landestrainer

vor 11 Minuten
2 Min. Lesezeit
Michael Krüger ist Landestrainer Gerätturnen männlich. (© LSB Sachsen-Anhalt)
Michael Krüger ist Landestrainer Gerätturnen männlich. (© LSB Sachsen-Anhalt)

Seit wann bist du Trainer und warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?


Dem Trainerjob gehe ich seit 2007 nach. Im Zeitraum von 2007 bis 2015 habe ich es als nebenberufliche Tätigkeit während meines Lehramtstudiums betrieben. Ich habe mich für diesen Beruf entschieden, da ich für das Turnen eine große Leidenschaft habe und meine eigenen leistungssportlichen Erfahrungen an die jungen Nachwuchssportler weitergeben möchte. Seit 2016 bin hauptamtlich im LSB Sachsen-Anhalt eingestiegen und seitdem ununterbrochen dort angestellt. Beginnend als Projekt (PLP) und seit 2023 als leitender Landestrainer Gerätturnen männlich.


Welche Athletinnen uns Athleten betreust du und was war dein größter Erfolg mit ihnen?


Aktuell betreue ich die Altersklasse 13 und 14 mit insgesamt neun Sportlern. Erfolge, die in Erinnerung bleiben, sind Medaillen bei Deutschen Meisterschaften und internationalen Turnieren, vor allem aber das Erreichen eines Bundeskaderstatus, was mir die Rückmeldung gibt, dass meine Jungs national zu den Besten gehören.


Was macht es so besonders, hier in Sachsen-Anhalt Trainer zu sein?


Sachsen-Anhalt bietet qualitativ hochwertige Trainerjobs an, die strukturell und organisatorisch hervorragend durch den LSB bereitgestellt werden. Durch die seit 2024 angemessene Vergütung kann ein Trainer davon auch vernünftig leben. Im Vergleich der Bundesländer schneidet Sachsen-Anhalt aus meiner Sicht gleichwertig, teilweise auch besser in der Ausstattung des Trainerberufes ab.


Welche Ziele hast du in naher Zukunft und in fünf Jahren?


Meine persönlichen Ziele liegen vor allem darin, meinen aktuellen Athleten die Chance zu geben ihrer Leidenschaft mit Erfolg nachzugehen. Ich möchte sie dazu befähigen, dass sie die Herausforderungen aus Schule, Sport, sozialem Umfeld und persönlicher Entwicklung bestmöglich gestemmt bekommen.


Langfristig möchte ich, dass das Turnen in Sachsen-Anhalt ein wichtiger und fester Bestandteil des geförderten leistungssportlichen Systems bleibt, obwohl ich dieses als nicht optimal ansehe. Es fällt schwer in einen Vergleich mit anderen Sportarten zu treten und da eine klare Linie zu ziehen, was in den Augen der politischen Entscheider als förderfähig erscheint.


Was macht für dich eine gute Trainerin bzw. einen guten Trainer aus und was würdest du angehenden Trainerinnen und Trainern mit auf den Weg geben?


Einen guten Trainer macht für mich aus, tagtäglich mit Freude, Leidenschaft und Einsatz in die Sporthalle zu kommen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene jede Trainingseinheit aufs Neue zu motivieren und anzuleiten und dabei den Spaß nicht zu verlieren, sehe ich als Grundbedingung für den sportlichen Erfolg an.


Angehenden Trainern empfehle ich, ihre eigenen Ziele nicht über die Ziele der Sportler zu stellen. Jeder Aktive ist einzigartig und in seiner zeitlichen Entwicklung individuell. Bei konsequenter, geplanter und strukturierter Arbeit mit ihnen, wird der sportliche Erfolg sich nach und nach einstellen. Hierbei ist wichtig, dass es nur einen Sieger je Wettbewerb geben kann und man die Sportler nicht daran misst, ob sie gewonnen, sondern ihre individuellen Möglichkeiten ausgeschöpft haben und sich an ihrer individuellen Leistungsgrenze entwickeln.


Trainersein ist kein klassischer „8.00 bis 16.00 Uhr-Job“ von Montag bis Freitag, sondern erfordert weit über die klassische Fünftagewoche hinaus das Begleiten von Sportlern und Eltern. Wochenenden, Feiertage werden nicht selten fernab von den eigenen vier Wänden verbracht. Bist du dazu bereit?






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