Halles Turn-Talente Moritz Bulka und Elias Jaffer auf dem Sprung nach Europa

Von Petra Szag, Mitteldeutsche Zeitung

Moritz Bulka bei den Deutschen Meisterschaften im Juni / Foto: Sportfotos-Berlin

Halle (Saale)/MZ - Urplötzlich ist sie da, die Chance, nun sogar international durchzustarten. Die Rede ist vom Länderkampf der besten deutschen Turntalente mit den Hoffnungsträgern aus Frankreich, Großbritannien und der Schweiz Mitte des Monats in Lyon.


Neben dem 17-jährigen Moritz Bulka vom SV hat jetzt auch Elias Jaffer eine Einladung zum Qualifikationswettkampf am nächsten Wochenende in der Sportschule in Kienbaum erhalten. Mit 14 ist der Hallenser einer der jüngsten Startplatz-Anwärter überhaupt.

Seine Empfehlung: Platz zwei beim Deutschland-Pokal letztes Wochenende in Schwäbisch Gmünd. Lange hatte Jaffer sogar auf Goldkurs gelegen - bis ihn das störrische Pauschenpferd abwarf. „An diesem Gerät haben auch seine Trainingsgefährten leider Federn lassen müssen, so dass es in der Teamwertung am Ende bei Bronze blieb“, sagt Landestrainer Nico Tandel, sieht also trotz aller Begeisterung über die jüngsten Erfolge noch Luft nach oben.

Halles Turntalente holen sich Tipps von Dauser, Dunkel und Klessing

Halles Turnnachwuchs, das sagt Tandel, hat einen weiteren Schritt nach vorn gemacht. Das, findet er, sei ein Verdienst der Trainerkollegen um Sven Sixtus. Aber eben nicht nur. Die Youngster riskieren nämlich auch gern mal ein Auge, wenn Halles Aushängeschilder wie der Olympiazweite Lukas Dauser, Tokio-Starter Nils Dunkel oder der WM-Achte Nick Klessing in der Trainingshalle über den Sprungtisch hechten oder ihre Muskeln an den Ringen spielen lassen.


„Und sie geben den Jüngeren gern auch mal einen Tipp.“ Selbst jetzt, wo die Drei wegen der extrem hohen Belastungen der Vorbereitung auf Olympia Blessuren auskurieren und ihren Motor langsam wieder auf Touren bringen. „Die Großen sind echte Vorbilder. Sie zu erleben, spornt unwahrscheinlich an.“


Neben Jaffer kann sich auch Moritz Bulka noch für einen Einsatz in Schwarz-Rot-Gold empfehlen. Obgleich sich der SV-Turner im Pokal bei den bis zu 18-Jährigen diesmal mit Platz zehn zufrieden geben musste. Übrigens: Bei den allerjüngsten der AK 9/10 schaffte Elias Jaffers kleiner Bruder Joseph sogar das Kunststück, alle Konkurrenten auszustechen. „Einen Sieg in dieser Altersklasse gab es für Halle zuletzt 1992“, erklärt Tandel. Nicht nur die Elite weckt also in der alten Turnhochburg Begehrlichkeiten.


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