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Diese Projekte verfolgt Halles ehemaliger Turnstar Lukas Dauser jetzt

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Vor den Augen des stolzen Papas Lukas Dauser (l.) probierte sich Sohn Willi in der halleschen Turnhalle aus. (Foto: Objektfoto)
Vor den Augen des stolzen Papas Lukas Dauser (l.) probierte sich Sohn Willi in der halleschen Turnhalle aus. (Foto: Objektfoto)

Von Tobias Lubert, Mitteldeutsche Zeitung, 14.08.2026


Halle/MZ. - Als Lukas Dauser zurückkehrte an den Ort, der ihn so sehr geprägt hat, ging sein Blick nach oben. In der Turnhalle des SV Halle hängen unter dem Wellblechdach noch immer die drei riesigen Banner, die an die größten Erfolge des einstigen Turners erinnern. Silbermedaillengewinner am Barren bei den Olympischen Spielen von Tokio 2021. Vizeweltmeister am Barren 2022. Und schließlich Weltmeister am Barren 2023.

„Das schaut man sich immer wieder gerne an“, sagt der 33-Jährige, der im November 2024 seine internationale Karriere beendet hatte und im vergangenen Dezember zum letzten Mal in der Bundesliga an den Geräten stand.


Familie wächst


Von Sonntag bis Dienstag war Dauser zurück in Halle. In jener Stadt, in die er 2020 als hochtalentierter, aber unvollendeter Turner aus Berlin gekommen war. In der er unter Trainerikone Hubert Brylok zum Weltklasseathleten reifte. „Das war ein bisschen wie nach Hause kommen, ich habe mich hier sowohl in der Turnhalle als auch in der Stadt immer sehr wohl gefühlt“, sagt Dauser, der am Montag den zweiten Teil der EM-Qualifikation in der Turnhalle des SV als Zuschauer verfolgt hat. Der gebürtige Bayer war mit seiner Frau Viktoria und Sohn Willi angereist, der im September 2024 zur Welt kam. In vier, fünf Wochen erwartet das Ehepaar erneut Nachwuchs.

Dauser hat den Absprung vom Leistungssport geschafft. Wenn er seine ehemaligen Kollegen an den Geräten sieht, zum Beispiel an den Holmen, an denen er ein Künstler gewesen ist, „kribbelt nichts“, beteuert er. „Das kommt bestimmt irgendwann wieder. Aktuell aber genieße ich das Leben, bin froh, den Druck nicht mehr zu haben, ständig abliefern zu müssen.“

Nach den Olympischen Spielen von Paris 2024, bei denen Dauser nur sechs Wochen nach einem Muskelbündelriss im Bizeps des rechten Oberarms keine Chance auf eine erneute Medaille hatte, verließ er Halle. Mit seiner Viktoria zog er ins bayerische Neuburg in die Nähe von Ingolstadt und stieg Stück für Stück aus dem Leistungsturnen aus. Ende 2025 war dann wirklich Schluss.


TV-Shows, Bachelorarbeit, Winterspiele


Dauser, der schon nach dem Weltmeistertitel von 2023 deutlich mehr in die Öffentlichkeit gerückt ist, Gast bei mehreren TV-Shows war, befasst sich seitdem mit vielen anderen Projekten. Seine Bachelorarbeit im Studium des Internationalen Managements hat er jüngst fertig geschrieben, um den Jahreswechsel war er Teil der erfolgreichen Show „Feuerwerk der Turnkunst“, absolvierte 37 Auftritte in 30 Tagen, bei den Winterspielen von Mailand und Cortina war er Gast im Deutschen Haus.

„Ich bin sehr zufrieden, wie es bisher gelaufen ist“, sagt Dauser, den auch die Rolle als Vater einnimmt. Der kleine Willi hat sich vor den Augen des Papas in Halle an einem kleinen Barren probiert.

Deutschlands Sportler des Jahres 2023 genießt die neuen Erfahrungen. „Vorher war ich ständig in so einer Blase, ich habe 25 Jahre nichts anderes gemacht, als zu turnen“, sagt er. „Es tut gut, nicht mehr nur überall als Lukas der Turner wahrgenommen zu werden.“


Turncamps für Kinder


Dem Sport seines Lebens bleibt Dauser aber verbunden. Seit kurzem richtet der Mann aus Ebersberg in Oberbayern mit Andreas Bretschneider Turncamps für Kinder aus. Der einstige Chemnitzer Turner, nach dem das schwierigste Element am Reck benannt ist, war auf die Idee gekommen, die fand bei Dauser Anklang. „Das Turnen hat mir zu viel gegeben, um nichts zurückzugeben“, betont der Ex-Weltmeister, der sich heute als Botschafter seines Sports versteht.

Ein Camp fand in diesem Jahr bereits statt, drei weitere sind geplant. Künftig sollen es mehr werden „Die Kids freuen sich, wenn sie mit mir trainieren können. Das ist total schön. Ich will da in den kommenden Jahren meine volle Energie reinstecken“, sagt Dauser.



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